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England im August. Ein herrschaftliches Anwesen, irgendwo in der Provinz.

Im Garten laufen die Vorbereitungen für das alljährlich stattfindende Gartenfest auf Hochtouren.

Im Haus hingegen herrscht eisige Stille. Hausherrin Trish („deren sanfte englische Schönheit nur wenig verblasst ist“) spricht kein Wort mehr mit ihrem Gatten Teddy Platt („ein ziemlich rotgesichtiger Mann“). Denn dieser hat eine Affäre mit ihrer Nachbarin Joanna („verkrampft, angespannt und mit eindeutig verdächtigem Benehmen“), Ehefrau seines angeblich besten Freundes Giles („ein netter, liebenswerter, wenn auch etwas lebensuntüchtiger Mann“). Teddy und Joanna frönen ihrer Leidenschaft, allerdings am falschen Ort: in Trish’s Garten!

Gavin Ryng-Mayne, ein enger Vertrauter des Premierministers, wird zum Fest erwartet. Er soll Teddy dazu bringen, die Familientradition fortzusetzen und ein politisches Amt zu übernehmen. Doch dazu bräuchte Teddy eine „weiße Weste“…

Im Garten scheint Warn, der Gärtner, als Einziger die Ruhe zu bewahren, obwohl er im Kampf „Mann gegen Maschine“ mit dem Rasenmäher steht. Regungslos schaut er dem bunten Treiben zu: eine Affäre wird beendet und ein Drama beginnt…eine französische Filmschauspielerin soll das Gartenfest eröffnen und setzt ein weiteres Drama in Gang…Männer kommen…Frauen gehen…ein Zelt bricht zusammen…ein Arzt tanzt!

Foto Oliver Giers



Auf zwei benachbarten Bühnen – eine im Haus und eine im Garten – erlebt der Zuschauer nacheinander zwei verschiedene Perspektiven eines Gartenfestes. Die besondere Herausforderung sowohl für den Autor als auch für die Regie liegt darin, die zeitgleich spielenden Handlungen so aufeinander abzustimmen, dass die Schauspieler immer rechtzeitig in den jeweiligen Szenen auf den wechselnden Bühnen erscheinen.

Ayckbourn schrieb die Komödie „House & Garden“ 1999 anlässlich seines 60. Geburtstages. Die Uraufführung fand in Scarborough, England, statt. Das Stück erfuhr weltweit großen Anklang und wurde in Chicago, New York und auf etlichen europäischen Bühnen aufgeführt.

Foto Oliver Giers



Alan Ayckbourn ist mit 75 Stücken und ca. 300 Regiearbeiten einer der erfolgreichsten Theatermacher unserer Zeit. Der Meister der Farce wurde vielfach ausgezeichnet und feiert weltweit Erfolge. Geboren 1939 in Hampstead, London, schrieb er bereits im Alter von zehn Jahren seine ersten Stücke. Ende der 1950er Jahre begann er seine Theaterkarriere in Scarborough als Schauspieler. Seine Stücke wurden in vierzig Sprachen übersetzt. Fast alle wurden im Stephen Joseph Theatre in Scarborough erstaufgeführt, in dem Ayckbourn von 1969 bis 2009 künstlerischer Leiter war. 1997 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen ’for services to the theatre’.