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Zur Handlung

Es herrscht Krieg auf dem Peleponnes. Die Männer sind jahrein jahraus im Kampf, während die Frauen zu Hause sitzen und langsam die Nase voll haben. Drei Frauen beschließen zu handeln und fassen einen Plan: Stöckelschuh statt Schwert! Lippenrot statt Kampfgeschrei! Um die Männer zum Frieden zu zwingen, schwören die zusammengerufenen Frauen Athens und der Nachbarprovinzen unter Lysistratas Führung Enthaltsamkeit im Ehebett. Gleichzeitig verbarrikadieren sich die Frauen auf der Akropolis, um auch den Staatsschatz in Besitz zu nehmen. Der Trieb nach Geld (für den Krieg) und Weib bringt die Männer Athens schnell vor die Tore der besetzten Burg. Die Wortgefechte mit ihren wohlgeformten, lockenden Weibern sind zermürbend, und auf dem Höhepunkt der bisweilen handgreiflichen Auseinandersetzungen trifft auch noch eine Abordnung triebgeplagter Männer aus dem verfeindeten Sparta ein. Wird der Plan der Lysistratas gelingen?

Anmerkungen zum Stück

Sein berühmtestes Werk schuf Aristophanes mit der Kriegssatire Lysistrata (411 v. Chr.), was so viel bedeutet wie "Die Heeresauflöserin". Es ist eines der pazifistischen Stücke des Autors, die seine Liebe zum Frieden und seine Abscheu gegenüber dem Krieg ausdrücken. Lysistrata wurde im zwanzigsten Jahr des Peloponnesischen Krieges bei den Lenäen, den Festspielen zu Ehren des Gottes Dionysos, von Aristophanes zur Aufführung gebracht und hat über die Jahrhunderte hinweg seine zeitlose Attraktivität bewahrt.
Eine der bekanntesten Neu-Interpretationen des Lysistrata-Stoffes ist sicherlich das gleichnamige Comic des Künstlers Ralf König, welches 2002 verfilmt wurde.
Auf unserer Bühne in Hohenstadt werden gleich drei Lysistratas stehen. Der Zuschauer darf gespannt sein.

Der Autor

Aristophanes (geb. um 448 v. Chr./ gest. um 385 v. Chr.) gilt als erster großer Komödiendichter des Abendlandes, als Meister des geschliffenen Wortes und Satiriker größten Formats, der das Publikum durch seinen derben Witz immer wieder zum Lachen bringt.

Über sein Leben ist wenig bekannt. Aristophanes wurde in Athen geboren und verbrachte dort den Großteil seines Lebens. Athen war zu dieser Zeit Hauptstadt Attikas und neben Sparta bedeutendste Stadt Griechenlands. Vor dem Hintergrund des über Jahrzehnte währenden Peloponnesischen Krieges (431-404 v. Chr.) zielte der Autor mit seinem Werk stets auch auf zeitgenössische Personen und Ereignisse ab, oft mit drastischen Darstellungen und satirischer Schärfe. Er erntete damit nicht nur unter seinen Zeitgenossen, sondern auch bei der Nachwelt großen Beifall. Insgesamt hat Aristophanes ca. 40 Theaterstücke verfasst, von denen elf vollständig erhalten sind. Sie zeichnen sich durch Dialogwitz, Ereignisvielfalt und poetische Sprache aus und sind bis in die Gegenwart auf vielen Bühnen der Welt zu finden.