|
|

|
Zur Handlung
Volpone, ein reicher venezianischer Kaufmann, treibt ein verwegenes Spiel: Indem er sich todkrank stellt, ruft der „schlaue Fuchs“ eine ganze Schar von tierischen Erbschleichern auf den Plan, deren Gier nach Reichtum, dem Nachlass des vermeintlich Kranken, sie alle Moral und Ehrgefühle vergessen lässt.
Volpone ergötzt sich am Selbstverrat seiner Schmeichler, und als der Betrug ans Licht zu kommen droht, spielen plötzlich alle Protagonisten mit gezinkten Karten...
|
 |
|
|
Anmerkungen zum Stück
VOLPONE ODER DER FUCHS war bereits zu Lebzeiten Ben Jonsons, eines Zeitgenossen Shakespeares, ein großer Erfolg. Sowohl von Zeitgenossen als auch von der Nachwelt als satirisches und realistisches Meisterwerk höchsten Ranges gelobt, spricht aus dieser klassischen Komödie in erster Linie die Menschenkenntnis und die scharfe Zunge des Autors. Als lustvolle bissige Satire auf die Verlogenheit einer Welt, deren einzige Motivation das Streben nach Geld und Reichtum ist, zielt Ben Jonsons VOLPONE in das Herz unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft. Der Handlungskern geht auf die Tierfabel vom schlauen Fuchs zurück, der sich totstellt, um Aasfresser anzulocken, die ihm sodann zur leichten Beute werden. Deutlich wird der Bezug auf die antike Fabel durch die Namen der handelnden Personen.
|
|
Der Autor
Ben Jonson, geboren im Jahr 1573 in London, war ein Zeitgenosse Shakespeares. Er erlernte zunächst das Handwerk seines Stiefvaters, eines Maurers, und kämpfte später als Soldat im Krieg gegen Spanien in Flandern.
Nach seiner Rückkehr schloss er sich als Schauspieler einer Londoner Theatertruppe an und verfasste erste Stücke. Ab 1603 schrieb Jonson als zeitweiliger Hofdichter unter König Jakob I. satirische Lustspiele, historische Tragödien, Gedichte, kritische Schriften und zahlreiche höfische Maskenspiele. In jener Zeit entstanden auch seine herausragensten Werke, unter anderem die Komödie VOLPONE ODER DER FUCHS (1606), welche als Spiegelbild materieller und leib-licher Gier ihre Anziehungskraft bis heute erhalten hat.
Jonsons hitziges Temperament, aufgrund dessen er schon im Duell einen Schauspieler-kollegen getötet hatte, verwickelte ihn zeitlebens in literarische Fehden und trug ihm ein stetes Auf und Ab höfischer Gunst und materiellen Wohlstands ein. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Jonson schwerkrank. Er starb einsam und verarmt im Jahr 1637 und wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
|
 |
 |
 |
|