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Eine Scheinwelt bei Hofe – immer lustig, immer schön. Und immer schal! Prinz Philipp, seines reibungslosen Daseins überdrüssig, beschließt kurzerhand, den Hof zu provozieren und die Inkarnation des Un-Höflichen zur Frau zu nehmen: Yvonne - eine, die nicht dazugehört! Ängstlich, bockig, unbeholfen und linkisch löst Yvonne nicht nur Klatsch und Tratsch, sondern auch tief greifende Irritationen aus. Ihre stumme, widerspenstige Existenz lässt den gesamten Hofstaat wie durch einen Spiegel auf seine eigenen verheimlichten Mängel und Schmutzigkeiten blicken. Zuletzt scheint es nur einen Ausweg zu geben: Yvonne muss verschwinden - irgendwie!
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Yvonne, die Burgunderprinzessin, Gombrowiczs erstes Bühnenstück, wurde im Jahr 1935 veröffentlicht, und erst 1957 in Krakau uraufgeführt. Der Text der grotesken Komödie ist derb; die Themen sind zeitlos: Ausgrenzung und Gewalt gegenüber Andersartigen, Oberflächlichkeit, Unterwerfung, eine menschenverachtende Weltgestaltung. Shakespeares Königsdramen dienten Gombrowicz als Vorbild für seine Stücke. Er hat die bekannten Formen übernommen, um darin seine neuen, gefährlichen Inhalte wie „Schmuggelgut“ zu transportieren. Man kann Yvonne auch als Königsfarce bezeichnen.
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„Ich bin ein Humorist, Narr, Seiltänzer, Provokateur, meine Werke stehen Kopf, um zu gefallen...“ (Witold Gombrowicz)
Geboren 1904 in Maloszyce/ Opatow, Polen (damals Rußland ), zählt Witold Gombrowicz zu den einflußreichsten polnischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Neben Romanen, Novellen und Tagebüchern schrieb er drei Schauspiele, die inzwischen zum Repertoire des modernen Welttheaters gehören.
Bereits als 19-Jähriger kann der Student der Warschauer Rechtsfakultät erste literarische Erfolge verbuchen. Das intellektuelle Klima der Stadt prägt damals Gombrowicz' Vorliebe für Polemik und Provokation. 1939 wird er auf einer Schiffsreise nach Buenos Aires vom Ausbruch des Krieges überrascht, und bleibt daraufhin 24 Jahre in Argentinien.
In der Volksrepublik Polen gehört Gombrowicz während dieser Zeit zu jenen zahlreichen Autoren, deren Werke nicht ohne weiteres veröffentlicht werden. Seine Tagebücher sind offiziell für viele Jahre verboten.
Die letzten Jahres seines Lebens verbringt Witold Gombrowicz in seiner Wahlheimat an der Côte d'Azur. Er stirbt 1969 in Vence/ Frankreich.
Wenn man den Aufzeichnungen in Gombrowiczs Tagebüchern Glauben schenken darf, so hat er keinen anderen Bühnenautor als Shakespeare jemals gelesen. Viele Male hat er seine Entschlossenheit hervorgehoben, die Zuschauer nicht zu langweilen. Sie durften seiner Ansicht nach provoziert, aufgerüttelt, geärgert, aber nicht angeödet werden.
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